Die  Autoren:
Hanna-Chris Gast
Hans-J. Süleyman Buhl

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Der   SIEBENER-KURIER   ist das nichtkommerzielle Clubmagazin
der Schreibwerkstatt über den Fantasieplaneten  BORUTHIA.
Unser Thema:
  Fantasy-Geschichten, ökologische Utopien, religiöses Miteinander, und anderes, vor allem Abenteuer. . .

Seit 1989 trifft sich in Berlin regelmäßig unser Freundeskreis. Gemeinsam erfanden wir einen eigenen Planeten, der frei von irgendwelchen Copyrights ist, nämlich Boruthia: Unser Freundeskreis gibt eine Zeitschrift von über  40 Seiten mit Science-Fiction-Geschichten, Gedichten und Zeichnungen verschiedener Autoren heraus, die zur Zeit einmal im Jahr erscheint.
Ein Probeexemplar gibt es kostenlos.  Es sind auch alle früheren Geschichten als Nachdruck lieferbar.
Der  SIEBENER-KURIER
ISSN 0 948-6089

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Hanna-Chris Gast
www.siebener-kurier.de


 

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Zur religiösen Grundeinstellung unserer Science-Fiction Geschichten im Siebener-Kurier

Bei unserer Arbeit an den Science-Fiction Geschichten beschäftigten wir uns auch viel mit Religionen. Hans-Jürgen Buhl, Gudrun und ich sind religiös eingestellt und finden, daß in einer utopischen Gesellschaft wie auf dem "Planeten Boruthia" die Religion nicht fehlen darf.
Zu meinem Glauben: Ich bin noch auf der Suche, aber meinen religiösen Vorstellungen kommt das Christentum am nächsten, allerdings ist für mich Jesus nur ein Mensch gewesen, der von Gott berufen und quasi "adoptiert"wurde. Ich sehe Jesus vom Judentum und nicht vom Heidenchristentum her. Im übrigen halte ich es mit der Ringparabel von Lessing in "Nathan der Weise". Ich glaube, daß keine Religion die volle Wahrheit hat, sondern viele Religionen ein Stückchen der Wahrheit besitzen. Es gibt da eine schöne Geschichte von ein paar Blinden, die einen Elefanten erforschen. Der eine tastet die Ohren ab und glaubt nun, daß Elefanten wie Segeltuch seien. Der zweite erwischt die Beine und vergleicht nun Elefanten mit Säulen usw. Allerdings glaube ich (wie wohl alle), daß meine Religion der Wahrheit näher kommt als manche andere. Aber das ist natürlich subjektiv. Interessant ist, daß sich spirituell orientierte Menschen verschiedener Religionen im Religiösen weniger unterscheiden als die Verstandesmenschen. Vielleicht ist es unser Fehler, unsere Begegnungen mit dem Göttlichen in philosophische Schemen pressen zu wollen.
Bei den Problemen der Menschheit von heute und von morgen halte ich es für nötig, daß sich die Gläubigen aller Religionen zusammentun, anstatt gegeneinander zu wirken. Der "Feind" sollte doch heute nicht mehr die jeweils andere Religion sein, sondern die Anbetung von Konsum und Wachstum einerseits und der Fundamentalismus andererseits.

Leider hat jede Religion auch viel historischen Ballast; z.B. beim Christentum das Trinitätsdogma und die Sühneopfertheorie - als ob Gott ein Jurist des 1. Jahrhunderts wäre! Warum nicht einfacher: Im Jahre 30  oder 33 unserer Zeitrechnung wurde ein "Wunderrabbi" hingerichtet. Dieser war drei Tage mausetot und erschien dann vielen Menschen, wohl über hundert. Er hat uns Botschaften hinterlassen, die wir, in etwa zumindest, in den ersten drei Evangelien nachlesen können. Angesichts der heutigen Erkenntnisse über psychosomatische Medizin stehen Wunderheilungen nicht im Widerspruch zu den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Für die Auferstehung von Jesus gibt es allerdings noch keine naturwissenschaftliche Erklärung, aber die Zahl der Zeugen ist beachtlich. Auch heute noch haben manche Menschen Visionen von geliebten Verstorbenen. Ob es sich hier um dasselbe Phänomen handelt, ist aber nicht sicher. Wenn wir aber anfangen, über die Natur von Jesus zu philosophieren, dann ist das genauso, als wenn Kindergarten-Kinder über die Funktionsweise eines Fernsehers diskutieren würden und dann die Mehrheitsmeinung zum ewigen Dogma erhöben..

Die Übertragung einer Religion auf ein anderes Volk oder andere Kultur macht oft Veränderungen nötig. Jede Kultur braucht ihre eigenen Propheten, z. B. Paulus für die Griechen und Mohammed für die Araber. Für unseren Planeten Boruthia hat Hans-Jürgen S. Buhl einen Propheten erfunden, der den Islam modifizierte, während das Christentum sich auf Boruthia weniger veränderte (Da Jesus nichts Schriftliches hinterließ, sind Christen da "flexibler"). Die "Krißtianer" Boruthias sind von Gudrun geprägt worden, die leider nicht mehr an Boruthia mitarbeitet. Meine eigenen religiösen Glaubensvorstellungen werden in den Geschichten annähernd von der "Terranerin Hanna" vertreten, während "Kris n'ha Camilla" mehr meine zweiflerische Seite verkörpert.

Chris